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Elmars Vorstellungen und Gedanken waren seit er denken kann in den Bergen mit braunen Kühen, Treichelklängen und einer schönen Alpkäserei.

Während des zweiten Lehrjahres, welches er bei seinem Vater absolvierte 1998/99, entschloss er sich dann trotzdem, einmal den Betrieb zu übernehmen. Für ihn war jedoch klar, dass trotz der Milchwirtschaftskrise, einmal Kühe im Zentrum seiner Arbeit stehen sollen.

Um das „Käserhandwerk“ zu erlernen, absolvierte er in Hondrich einen Alpsennenkurs und einen erweiterten Käserkurs. Danach sammelte er während zwei Sommer Erfahrungen in Berneroberländer Alpkäsereien.

Dass er nicht ewig weiterträumen musste von seinem Projekt einer eigenen Hofkäserei, zeichnete er trotz der grossen Skepsis bald schon die Pläne, so dass er das Baugesuch einreichen konnte. Ein Jahr später (2002) errichtete er mit meinem Schulkollegen aus der landwirtschaftlichen Schule (Wallierhof, Riedholz) das Grundgebäude der Käserei.

Im darauf folgenden Sommer „mietete“ Elmar 25 Kühe eines Landwirten aus der Innerschweiz, auf den er per Inserat gestossen ist. Endlich weideten nach über 50 Jahren wieder Milchkühe auf unserem Hof. Da er noch keinen Stall hatte für die Kühe, waren sie den ganzen Sommer über auf der Weide. Das Melken im fahrbaren Melkstand, den er selber gebaut habe, verlief überraschend gut.

Mit den Kühen konnte er auch Milchkontingent mieten und lieferte die Milch ab (MIBA).

Natürlich probierte er aus, ob es auch ohne Alpenkräuter guten Hartkäse geben würde; vorerst aber erst im kleinen Rahmen.

Im Herbst, als die Kühe wieder zum Besitzer zurück gingen, begann Elmar schon bald den bestehenden Schafstall zum einfachen Anbindestall umzubauen. Ebenfalls letzten Winter richtete er den Käsekeller ein, um 7-8 Tonnen Hartkäse zu lagern.

 Nun musste natürlich noch ein passender Name her, um unser Produkt unverkennbar zu machen. So entschlossen wir uns für: “ Gretzenbacher WEIDCHÄS“.

Im Jahr 2005 wurde dann eine professionelle Käserei im vordersten Teil des neuerbauten Schopfes eingerichtet. Zwar bedeutete dies nochmals eine Investition von zirka 80'000 Franken, wobei wir jedoch ab jenem Zeitpunkt mit der effektiven Käseproduktion und Vermarktung unseres „Weidchäs“ offiziell starten konnten.

 Maya durfte die ganze Entwicklung hautnah miterleben und unterstützte Elmar soweit es ging. Sie ist in den Betrieb 1998 als 17-jährige, noch ziemlich Unwissende hineingerutscht und seither einfach „hangen“ geblieben. Zwar hat sie auch Bauernwurzeln, sind doch ihre Grosseltern, bzw. Eltern schon Milchproduzenten, wie auch Milchvermarkter gewesen. Durch den frühen Tod von Mayas Vater, Kurt Häusermann, ist sie jedoch nicht mehr in diesem Metier aufgewachsen, war jedoch immer daran interessiert. „s’Buure“ liegt ihr halt einfach im Blut. Sie arbeitet nebenbei als Lehrerin an der Oberstufe. Eine „Arbeit zum Ausgleich“, wie man dies nennen könnte, jedoch auch als sehr praktischer Nebenerwerb.

Im Jahr 2006 haben Elmar und Maya geheiratet und sich die erste eigene Kuh zur Hochzeit gewünscht. Weitere 7 Kühe kamen im Laufe eines halben Jahres dazu und mit denen haben wir bis zum heutigen Tag unseren Kuhbestand auf 25 Braunviehkühen erweitert. Unser Zuchtziel ist eine unproblematische, robuste Vollweide-Milchkuh, hoch im Eiweissgehalt, tiefe Zellzahlen. Die Gesamtmilch verarbeiten wir zu „Weidchäs“ und „Hofchäs“ und "Heida-Mutschli", unserem Bestseller.

Seit 2013 und 2016 bereichern unsere beiden Töchter, Anna und Heidi unser Leben in Haus und Hof. Wir müssen niemandem erzählen, wie viel Freude, so kleine gesunde Kindern einen bereiten, und wie intensiv das Leben auf dem Betrieb ist, wenn halt noch Kinder da sind. Wir sind sehr dankbar für dieses wunderbare Familienglück!

Familie Schmid-Häusermann: Elmar und Maya mit den beiden Töchtern Anna (rechts) und Heidi.

Bid: Jeanne Woodtli, BauernZeitung
März 2017Bid: Jeanne Woodtli, BauernZeitung März 2017